Eine Welt Revue

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„Reformation und die eine Welt!“

So lautet das Motto für das vorletzte Jahr der Reformationsdekade. Wie man lesen konnte, verbarg sich dahinter ursprünglich die Absicht, die Vielzahl der Länder in Erinnerung zu rufen, in denen sich das evangelische Christentum im letzten halben Jahrtausend als führende Religion hat durchsetzen können. Doch so verständlich dieser Wunsch nach einem Feiern der Erfolge des Protestantismus bald 500 Jahre nach dem Thesenanschlag Martin Luthers auch erscheinen mag - besonders originell, geschweige denn in irgendeiner Form zukunftsweisend wirkt er nicht!

Viel spannender erscheint es deshalb, wenn man das diesjährige Motto in einem ganz anderen Sinne versteht, dahingehend nämlich, dass uns allen diese „eine – und nur diese eine! - Welt“ anvertraut ist und dass eben deshalb auch die Menschheit insgesamt die Verantwortung dafür trägt, unsere Erde auch für kommende Generationen lebenswert zu erhalten.

Dass diese Welt aber auf vielfältige Weise bedroht ist, ob nun durch Kriege, religiöse Streitigkeiten,den immer noch bestehenden Gegensatz zwischen Arm und Reich oder auch die stets drohende Zerstörung unserer Umwelt und Lebensgrundlagen, um dies festzustellen, reicht bereits ein täglicher Blick in die Nachrichten! Ebenso unstrittig aber ist: Der Weg zur Eindämmung - und vielleicht in ferner Zukunft auch einmal zur völligen Beseitigung – dieser Gefahren wird nur über einschneidende Veränderungen in unserm bisherigen Leben führen können, oder - anders ausgedrückt - über eine „Reformation für unsere eine Welt!“

Eben diese Betrachtungsweise des Mottos für das Jahr 2016 liegt nun auch der Revue zugrunde, die wir heute Abend zur Aufführung bringen wollen. Wir, das sind dabei – wie schon bei der „Protestsong-Revue“ im Jahre 2014 – auch diesmal wieder über 100 Wittenbergerinnen und Wittenberger, Kinder, Jugendliche und Erwachsene zwischen 8 und 80 Jahren, größtenteils Einheimische, aber auch Hinzugezogene aus anderen Teilen der Welt, die sich Ihnen heute sowohl als Einzelakteure wie auch als Mitglieder vieler Wittenberger Vereine als Schauspieler, Musiker und Tänzer präsentieren wollen. Und so unterschiedlich die Mitwirkenden an der Revue auch sonst sein mögen; in Einem sind sie sich doch einig: in der Freude, gemeinsam ein Projekt auf die Beine zu stellen und somit ein - in gewissem Sinne hoffentlich auch zukunftsweisendes – Beispiel dafür zu geben, dass auch in einer Kleinstadt wie der unseren durch das Engagement vieler ein Stück Kultur enstehen kann, das sich lohnt anzuschauen.

Doch noch einmal zurück zu unserer Revue! Deren Geschichte ist schnell erzählt: Ein kleiner, von seinen Eltern verlassener Junge beschließt eines Tages, sein Schicksal von nun an selbst in die Hand zu nehmen. Deshalb bricht er aus seinem bisherigen Zuhause, einem Waisenhaus, aus und macht sich auf die Suche nach seiner eigentlichen Heimat oder - wenn man so will - auch seiner ganz persönlichen „einen Welt“. Auf dem Weg dahin aber – und das ist der eigentliche Kern des Stücks - gerät er an unterschiedlichen Orten und zu verschiedenen Zeiten immer wieder in Situationen, die ihm die zahlreichen Absurditäten der Welt, in der wir heute leben, deutlich machen.

Die angeblich so rational regierte Welt der Erwachsenen, betrachtet mit den staunenden Augen eines sicherlich naiven, dabei jedoch auch noch nicht durch starre Denkmuster korrumpierten Kindes, das Ganze illustriert anhand einer anrührenden Geschichte und garniert mit einer Fülle von Tanz – und Gesangsnummern: Das also wird, so hoffen wir, den Reiz dieser Revue ausmachen! Und in eben diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen möglichst unterhaltsamen und dabei auch ein wenig zum Nachdenken und Weiterdiskutieren anregenden Abend!

Die Beteiligten an der „Eine-Welt-Revue“