Genau

Zwei Nachrichtensprecher unterhalten sich über Zahlen, Zahlen von Opfern oder Toten.

Noch ein Letzen

Im Büro von Nicolas werden nacheinander ein Vater, seine Frau und sein Sohn verhört. Der Gegenstand des Verhörs bleibt im Ungewissen.

On for the road

"Noch einen Letzten" Programmheft

1985 schrieb Pinter das Stück „One for the road“ („Noch einen Letzten“) nach einer Party, auf welcher er zwei Türkinnen kennen lernte. Auf die Frage, wie sie zu den Menschenrechten in der Türkei stehen würden, verneinten die beiden Damen irgendeine Art von Folter oder Mißhandlungen in ihrem Land, daraufhin schrieb der Brite das Stück im Laufe einer Nacht. Entgegen der Tradition des absurden Theaters, verfaßte der Autor das Stück in einem krassen Realismus, auf den er sehr viel Wert legt.

Dem Vorwurf des Klischees entgegnet Pinter, daß jeder meint, etwas über Folter zu wissen, die meisten Menschen dieses Thema aber nicht zulassen. Das Stück, angesiedelt in einem totalitären Staat, will sich kein Land als Vorbild nehmen, es kann überall stattfinden. Die Zeit zeigt, daß sowohl die Türkei, als aber auch Abu Ghraib oder Guantanamo dafür in Frage kommt, um so mehr ist es wichtig, dieses Thema zuzulassen, um gegen Folter und Mißhandlungen weiter kämpfen zu können. Diese Zeit entindividualisiert den einzelnen Menschen, deshalb setzen wir vor „Noch einen Letzten“ den Sketch „Genau“.

Hier wird nicht von Toten, geschweige denn von Menschen geredet, es sind nur die Zahlen, die auch eine gewollte Distanz zu den wirklichen Schicksalen entstehen lassen. Durch die Aufführung von „Noch einen Letzten“ wollen wir die Menschen in den Vordergrund stellen, nicht Zahlen.