Wartehalle

"Wartehalle" - Plakat

Sieben Kinder, Jugendliche und Erwachsene sitzen in einer Halle. Sie wissen nicht, wo sie sind, wie sie dort hinkamen oder wie sie herauskommen. Eine Pförtnerin sucht sie zwischendurch auf, bringt eines der Kinder irgendwo hin, keiner weiß, wohin. Erzählte Fragmente ihrer Biografie bestimmen den Tag und die Nacht, schlafen kann niemand.

Ihre Schicksale werden dem Betrachter bruchstückhaft vor Augen geführt, keiner lässt die Wahrheit zu, keiner führt sich seine eigenen Fehler vor Augen, sie verharren in Agonie. Alle wissen es, keiner sagt es; dass sein ganzes Leben nur von einem Gefühl bestimmt wurde: Angst. Ein kleines Mädchen wird in der Schule erpresst, auch sie befindet sich in einem Vakuum. Lösungen, sich aus dieser Sackgasse zu befreien, münden in Aggression.

Letztendlich kommt auch sie in die „Wartehalle“ der Anderen. Das Stück „Wartehalle“ von Markus Schuliers wurde bereits im Jahr 2002 mit großem Erfolg uraufgeführt. Nach einer „Leonce und Lena“ - Vorstellung kam Andreas Schnurpel (ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des TJC) die Idee, das erste von Markus Schuliers selbst geschriebene Stück „Üb immer Treu ` und Redlichkeit“ noch einmal, unter neuer Besetzung und Regie, aufzuführen.

Allerdings war dies zu dem Zeitpunkt technisch nicht umsetzbar. Die Wahl viel deshalb auf das Stück „ Wartehalle “. Die Aufgabe der Neuinszenierung fiel nun mir, Tobias Grunemann, in die Hände, weil ich „Wartehalle“ schon von früher her kannte, da ich selbst mitgespielt habe. Wie schon in der damaligen Inszenierung, besetze auch ich alle Rollen altersgerecht, das heißt zwischen 12 und 18 Jahren sind alle Altersgruppen vertreten. I

ch denke, diese Besetzung verstärkt zusätzlich die Wirkung der Handlung im Hinblick auf die Aktualität der behandelten Probleme, wie das des kleinen Mädchens. Zuerst hatte ich großen Respekt vor der Regiearbeit, denn man muss sich auf alle Details konzentrieren, im Gegensatz zum Schauspieler, der nur auf seine Arbeit achten muss. Noch erstaunlicher finde ich es, das alle meine Kollegen mich sofort als Regisseur anerkannten und respektierten