Wer sich umdreht oder lacht...

Plakat "Wer sich umdreht oder lacht..."

Ich habe viele erlebt, die in Torgau waren und zurück kamen.
Sie waren andere Menschen! Sie waren gar keine Menschen und schon gar keine Kinder mehr, um es genau zu umschreiben. Alle, auch die Mädchen, kamen zurück mit einem Haarschnitt auf 2 mm, sie waren blass und vor allem stumm, redeten kein Wort, oft dauerte es Wochen, bis sie wieder sprachen, bei jedem Geräusch zuckten sie zusammen, viele sagten gar nichts und hatten einige Tage nach der Rückkehr aus Torgau die Rasierklinge in der Hand, um ihr Leben, was nie mehr war als 14-18 Jahre, zu beenden.

Sie fühlten sich schlecht, als ein Nichts, als der Abschaum dieses Landes und sie glaubten es oft noch, denn es wurde ihnen eingeprügelt und unter größtem Schmerz ins Gehirn gebrannt.

Die Jugend und das Kind sein fanden in Torgau ein abruptes Ende. Drill, Drill den sich kein Mensch vorstellen kann, bis sie brachen, nur noch körperliche und geistige Wracks waren.

Man brachte sie gebrochen und hochgradig selbstmordwillig zurück in ihren Stammwerkhof. Vergewaltigungen wurden nach der Maueröffnung massig bekannt. Erzieher vergewaltigten die Kinder. Sie wehrten sich nicht, hatten keine Wahl, keine Chance auf ein Verfahren, denn es war eine staatliche Einrichtung und Erzieher lügen nie. Verbrecher waren schließlich die unsozialistischenKinder.

Yopi

Projektbeschreibung

Das Stück wird in Zusammenarbeit mit ehemaligen Insassen der Jugendwerkhöfe in der DDR mit den Kindern und Jugendlichen des Theaterjugendclub „Chamäleon“ entwickelt, konzipiert und dramatisiert.

Die Zusammenarbeit der verschiedenen Interessengruppen soll ein markantes, spannendes Theaterprojekt hervorbringen, welches auch den Betrachter und Zuschauer nicht kalt lassen wird. Hier versuchen wir auch einen Erfahrungsaustausch zwischen ehemaligen Insassen und unseren Kindern und Jugendlichen herzustellen, welches symbiotisch auf beide Gruppierungen wirken soll.

Im Anschluss an die Dramatisierung sollen intensive Proben stattfinden unter Beaufsichtigung der Insassen, welche eine Art 'Dramaturgische' Funktion übernehmen werden. Am Ende der Probenphase setzen wir das Stück in den Jugendwerkhof in Torgau um. Im Anschluss an die Aufführung dort, soll das Stück in Wittenberg aufgeführt werden, um auch ein überregionales Interesse gegenüber diesem Thema zu wecken.

Beteiligte

  • Jugendlicher X : Kornelius Werner
  • Jugendlicher Y: René Lenz
  • Jugendliche Z: Maria Zirnstein / Jessica Grosser
  • Erzähler: Dimo Wendt
  • Margot: Silke Dubilier
  • Spieler 1: Tobias Grunemann
  • Spieler 2: Sebastian Göthel
  • Spieler 3: Kristina Mittag
  • Regie: Markus Schuliers
  • Ausstattung/Inspizient: Christopher Melching
  • Beleuchtung: Jochen Hobland
  • Kostüme: Gisela Bauer
  • Requisite: Anne Göthel
  • Technik: Peter Klepps, Anatoliy Maltsev
  • Werbung:Katrin Hegner
  • Organisation: Martina Matussek
  • Mediendesign: Tobias Matussek