Der Herr der Fliegen
Der Roman von William Golding, 1954 erschienen, zeigt in drastischer Art, wie sich zivilisierte Menschen in extremen Situationen zu „wild gewordenen Bestien“ entwickeln können. Das ist nichts Neues, das Umfeld,welches Golding aber beschwört, lässt in sich schlüssige Parallelen zur heutigen Welt der Kinder und Jugendlichen zu.
Bei einem Flugzeugabsturz überlebt einzig ein Kinderchor, welcher sich auf eine einsame Insel rettet. Aus der erst geglaubten Freiheit entwickelt sich ein Krieg zwischen zwei Prinzipien. Ralph, der versucht Ordnung und System auf der Insel zu etablieren, gerät in direkte Konfrontation zu Jack, der sich der Zivilisation immer mehr entzieht, eine eigene Gruppe, die „Jäger“, bildet und sich immer mehr atavistischen Stammesriten annähert.
Die Verfeindung der beiden Gruppen eskaliert im Mord an einen kleinen Jungen. Bevor die „Jäger“ die andere Gruppe gänzlich vernichtet, kommen britische Marineflieger und retten die Kinder, die mit menschlichen Werten nichts mehr zu tun haben. Golding interpretierte sein Stück selber treffend. „Herr der Fliegen“ ist ein Versuch, die Gebrechen der Gesellschaft auf die Gebrechen der menschlichen Natur zurückzuführen. Die Schlussfolgerung ist, dass der Zustand einer Gesellschaft vom sittlichen Bewusstsein des einzelnen abhängt und nicht von irgendeinem politischen System, mag es noch so logisch und ehrbar erscheinen.
“ Das Stück ist für den Theaterjugendclub „Chamäleon“ prädestiniert. Die handelnden Akteure sind Kinder zwischen 6 bis 16 Jahren. Zwar ist die Schwierigkeit, dass es sich bei den Kindern ausschließlich um Jungs handelt, aber eine neue Fassung könnte dem Problem abhelfen. Das Stück soll in der Tradition der „Welle“ stehen, zumal Golding´s„Herr der Fliegen“ ebenfalls Schulstoff ist.