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Erfolgreicher Auftritt vor Fachleuten

Der Wittenberger Theaterjugendclub tjc chamäleon ist von einem erfolgreichen Gastspiel aus Schwerin zurückgekehrt, wo das Ensemble sein Stück „Wer sich umdreht oder lacht“ im Rahmen eines Fachkongresses vor besonders interessiertem Publikum zeigen konnte. Unter dem Motto „Zwischen Fürsorge und Repression“ befasste sich ein hochrangiges Gremium von Verwaltungsleuten und Wissenschaftlern aus Ost und West einmal mehr mit dem unerledigten Thema der Heimerziehung in der DDR.

Den Anlass zu dieser Tagung gab der jüngst erschienene, spät erst erarbeitete Bericht der Bundesregierung und der ostdeutschen Länder zu diesem Thema. Ehemalige Heimkinder aus den Jugendwerkhöfen der DDR hatten sich seit langem gegen Zurücksetzung gewehrt – so jedenfalls hatten sie als Betroffene empfunden, als sie zum Beispiel nicht beim Runden Tisch Heimerziehung in Berlin vertreten waren. Sie wähnten sich als „Opfer zweiter Klasse“ gebrandmarkt.

Der tjc chamäleon hatte u.a. diese zwiespältige Situation zum Thema eines Theaterprojektes über ihr Schicksal gemacht, das vor einem Jahr in Torgau herauskam und auch in Wittenberg aufgeführt wurde. Die MZ berichtete darüber.

Markus Schuliers hatte das brisante Thema seit langem verfolgt und sich zu seiner Projektinszenierung von Ulrike Schanko eine Textvorlage schreiben lassen, die in authentischen Passagen auch Aussagen betroffener Täter und Opfer aus diesem Heimerziehungssystem einflechtet und eine spielerisch-theatralische Darstellung der Vorgänge ermöglicht. Wie nahe an der Wirklichkeit dieses Theaterstück angesiedelt ist, hat jüngst erst wieder das Fernsehinterview mit der damals als Volksbildungsministerin verantwortlichen Margot Honecker gezeigt, die im Stück als „M“ vorkommt.

In einer kurzen, intensiv geführten Diskussion nach der Aufführung konnten die Mitwirkenden von ihrer Annäherung an den zeitgeschichtlichen Hintergrund des Stückes und von der Entstehung des verdienstvollen Projektes berichten, das inzwischen auch mit einem Preis der Initiative „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2011“ bedacht worden ist. In Schwerin war man sich einig, dass dieses Thema weiter verfolgt und dieses Stück öfter gezeigt werden sollte.

-kew-