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Die Stunde, in der wir noch nichts voneinander wussten

Plakat "Die Stunde I"

Der Titel beruht auf einem Stück von Peter Handke unter dem Titel ‚ Die Stunde, in der wir Nichts voneinander wussten’ Der Theaterjugendclub ‚Chamäleon’ (TJC) existiert seit 1998 und ist ein Überbleibsel des, 2002 geschlossenen Mitteldeutschen Landestheaters in Wittenberg’. Seit dieser Zeit beschäftigen wir uns mit Theater von Kindern und Jugendlichen für ein ‚erwachsenes’ Publikum. Seitdem haben wir mehr als 60 Produktionen gemacht mit mehreren Gastspielen, auch im Ausland.

Seit 2008 ist der TJC Träger des Mehrgenerationenhauses ‚Harold and Maude’ und hat weitere Schwerpunkte auf soziale Themen in der Gesellschaft gelegt, unter anderem auch auf Integration. In diesem Zusammenhang möchten wir uns bei ihnen mit diesem Projekt bewerben.

Das Projekt soll dergestalt sein, dass Menschen mit Migrationshintergrund sich regelmäßig zu Proben im MGH treffen, um dort die Idee des Stückes für sich selber zu konzipieren und in Form eines Theater-Events auf die Bühne bringen sollen.

Das Stück von Peter Handke beruht auf der Situation, dass ein Mann in einem Cafe sitzt und verschiedene Menschen an Ihm vorbeiziehen, gänzlich ohne Worte.

Dieser Plot wirkt zuerst als ein Paradoxon bezüglich Integration, was natürlich auch sprachliche Integration beinhaltet, doch die Konzeption sieht etwas Anderes vor.

Auf drei Jahr hin soll ein Stück entstehen, welches sich zuerst mit der Darstellung der Kulturen und Ist-Zuständen in dem Migrationsland beschäftigt, die Worte sollen von den Migranten hinzugefügt werden, ich denke nicht nur an ehemalige GUS-Bewohner, auch an Vietnamesen, Türken und anderen Ländern, welche sich in unseren Wittenberger Gefilden befinden. Hier soll im ersten Jahr nach und nach ein Stück entstehen welches, die Positionen der einzelnen Gruppen beinhaltet, im zweiten Jahr entsteht ein Stück, welches den Austausch der Kulturen bekräftigt und im dritten Jahr eine Symbiose, also eine Integration der Kulturen im Migrationsland, ohne seine eigene Identität zu leugnen. Das an sich wortlose Stück wird mit Worten der Beteiligten gefüllt, Kommunikation auf hohem Niveau entsteht und wird künstlerisch in eine Form gegossen, welche zur mehrmaligen Aufführung gebracht wird.

Die Treffen werden mindestens einmal in der Woche im MGH ‚Harold and Maude’ stattfinden, die Proben in unserem eigenen Theater im KTC der Stadt Wittenberg.

Gewürzt werden die Treffen mit Seminaren über die Herkunftsländer, geschichtliche Hintergründe und vor Allem das Zusammenkommen der Migranten mit Deutschen. Der TJC wird dort einen wichtigen kommunikativen und theatralischen Part in diesem langfristig geplanten Projekt einnehmen.

Die Nachhaltigkeit ergibt sich von selber. Nicht nur die erwachsenen Migranten, auch die Kinder derer sollen an dem Projekt teilnehmen, somit entstehen Kontakte, welch auch über diesen Maßnahmezeitraum hinaus existieren werden, zumal der TJC und das MGH als Begegnungsstätte exponiert werden.