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Reise nach Neuss, vom 07.02.2007 - 11.02.2007

Mit dabei waren: Tobias Grunemann, Hagen Dorn, Sebastian Göthel, Kristina Mittag, Katharina Dammer, Vanessa Friedrich, Nina Schimmel, Tinka John, Daniel-Cornelius Mühlmann, Julia Martin, Julia Behrend, Nadja Postelt-Wegner, Daniel Opitz, Saskia Scheer, Markus, Melanie und Rahel-Tabea Schuliers, Edgar Wichmann, Hartmut Gorgs, Dietrich Seydlitz, Anna Göthel, Martina und Erhard Matussek

Der Theaterjugendclub, als Vermittler zwischen Jugendlichen aus Ost- und Westdeutschland, ermöglichte es uns, eine wunderschöne Woche in der schönen Stadt Neuss am Rhein zu verbringen. Schon mit der Anfahrt begann ein heiteres Abenteuer in der großen Stadt in NRW. Die anfängliche Scheu zwischen den Mitgliedern des Theaterjugendclub, des Rheinischen Landestheaters und uns, den “Quitschies” des Theaterjugendclub “ Chamäleon “ aus Wittenberg, wandelte sich zügig in eine sehr produktive Atmosphäre.

Gemeinsam verbrachten wir den ersten Abend in der Studiobühne des Hauses und lernten einander kennen. Nach einer sehr anstrengenden Busfahrt war dies ein sehr aufmunterndes und lustiges Spiel vor der Rückkehr in das Hotel. Dieses erste Beschnuppern fand in einem Stuhlkreis statt und ist wohl jedem bekannt, das Spiel hört auf den Namen: “ Mein rechter, rechter Platz ist leer, ich wünsche mir die/den ...her. “. Mit Hilfe dieses Spieles waren die Namen der jeweils anderen Truppe schnell gelernt. Da es für die Neusser am nächsten Tag wieder zur Schule ging, konnten wir den Mittwochabend nicht zu sehr in die Länge ziehen. Unsere Hotelbetten erwarteten uns auch schon mit weichen Kissen und kleinen Aufmerksamkeiten auf den Schreibtischen.

Ein mancher lebte allein in seinem Zimmer, während sich die meisten zu Zweit oder zu Dritt ein Zimmer teilten. Der Donnerstag versprach Großartiges, einen Aufenthalt in Köln und für Interessierte stand am Abend ” Hamlet “ im Rheinischen Landestheater auf dem Spielplan. So standen wir also am Morgen auf, mit der Gewissheit im Laufe des Tages einem Besuch im Schokoladenmuseum und einer Shoppingtour entgegen zu sehen, bevor wir dann gemeinsam mit unseren “ Wessi “ - Freunden in die unvergessliche Probenzeit starten würden. Der Ausflug nach Köln begann mit einer eher unspektakulären Zugfahrt, bei der uns erste Feindseligkeiten einiger Westdeutscher zu Teil wurden. “Typisch Ost, wir sind doch hier nicht in der Bananenstadt!” meinte einer meinte einer der Mitreisenden. Davon ließen wir uns nicht beirren und stampften durch den matschigen Schnee am frühen Morgen bis zum Lindtmuseum. Unser “ Reiseleiter “ Edgar zeigte uns den Weg dorthin und nach einem Rundgang in diesem schönen Haus und einer heißen Tasse Schokolade war es um so aufregender alleine den Weg zurück zu finden, leider blieb vielen danach kaum noch Zeit zum Einkaufen. Zurück in Neuss gingen wir um 16 Uhr zur Probebühne 3, um für unser Gemeinschaftsprojekt Ideen zu sammeln und diese in die Tat umzusetzen.

Zuvor gab es eine kleine Führung durch diese kleine Außenstelle des Theaters, inkl. Kostümfundus, wo wir uns nicht satt sehen konnten. Solche Schätze bekamen wir selten zu sehen. Voller Enthusiasmus begannen wir die Probenarbeit, welche sehr gut verlief und verabschiedeten uns mit einem Termin für den folgenden Tag. Zu so fortgeschrittener Stunde wollten selbst wir nicht mehr an irgendwelche anstrengenden Dinge mehr denken, also führte uns der Weg gradewegs in unser Hansa Hotel, außer denen, die zu ” Hamlet “ gingen. Immerhin war der Freitag dafür verplant die Kreditkarten zum Glühen zu bringen, was wir auch taten. Unglaublich aber wahr ist es, dass es in der Neusser Innenstadt mehr als zehn Bäcker gibt, aber nur einen Fleischer, nur nebenbei bemerkt. Uns hatte es sehr verwundert, jedoch waren wir generell von dieser Stadt sehr angetan. Geschäfte wo man hinsah und günstige Angebote, da vergaß man schon mal den eigentlichen Grund für diese Reise. In Gedanken waren wir immer bei unseren Kollegen, die währenddessen die Schulbank drückten oder arbeiteten. Nach den Einkaufen folgte eine weitere schöne Probe in der Probebühne. Eine Art Hauptprobe, denn langsam wurde es ernst.

Immerhin stand unsere Premiere kurz bevor. Wieder sangen, rezitierten und lachten wir bis in den Abend. Die große Party stieg zwar am Samstag, aber trotzdem findet man ja immer was zum Feiern, besonders wenn sich Jugendliche so gut verstehen wie die Neusser und die Wittenberger. Also machten wir uns auf und trafen uns noch mit den Kollegen, um entspannt den Freitagabend zu genießen. Nicht alle von uns, wie sich versteht, manche nahmen auch die Pflicht war, das Bett und die jüngeren “ Chamäleons “ zu hüten. Der Samstag war ein sehr hektischer Tag für uns, denn schon früh begannen die Proben, welche wieder mal sehr lang und schwer waren. In einem amerikanischen Restaurant nahmen wir dann mit unseren neuen Freunden eine Stärkung zu uns und versuchten die Zeit bis zur Aufführung möglichst ruhig tot zu schlagen. Als es dann endlich soweit war in die Kostüme zu steigen und alles parat zu legen, steigerte sich die Anspannung und Aufregung hinter der Bühne ins Unermessliche.

Jedoch hatten Versagensängste oder ähnliches keine Begründung, denn unsere Vorstellung hat gerockt wie nie zuvor. Aus den Projekten: “ Weste, Western, Westverwandte “ und “ Ost- Katastrophen “ entstand ein wunderschönes Programm, was sowohl Alt als auch Jung erheiterte. So sollte es sein, so war es gedacht und so hat es geklappt. Alles in allem war es eine sehr erfolgreiche Vorstellung, die wohl keiner von uns missen möchte. Genauso wenig, wie die anschließende Feier. Der nächste Morgen allerdings ließ bei einigen die Ernüchterung zu Tage treten, dass es nun Abschied nehmen hieß. Allerdings nur für zwei Wochen. Auf der Rückfahrt wurden Geschichte und Erlebnisse wieder aufgefrischt und verbreitet, genauso wie Eindrücke und Erinnerung gefestigt. Man muss zugeben, dass es eine sehr schöne Fahrt war, fünf unvergessliche Tage in einer zuvor unbekannten Stadt, die wir nun nicht mehr missen wollen.

Doch die Geschichte endet nicht hier, denn die acht Mädchen und Jungs aus Neuss besuchten uns und unsere schöne Stadt vom 23.02.2007 bis zum 25.02.2007 und verbrachten mit uns ein nicht besonders erholsames, aber trotzdem sehr schönes Wochenende. Erst spät erreichten sie den Wittenberger Hauptbahnhof, doch eine große Mannschaft hieß sie Willkommen und veranstaltete für sie eine kleine Party in den Räumlichkeiten des TJC. So verging der erste, wirklich kurze Tag wie im Nu und der Samstag folgte rasch darauf. Mit einer 11 Uhr Probe begann der Tag, der wieder bis in die frühen Morgenstunden des Sonntages rein reichen sollte. So kam es also, dass wir noch einmal unseren Programmablauf durchgingen und im Anschluss alle zum Italiener gingen. Eine Führung zum Luther - Melanchthon Gymnasium und ein Besuch in der Pension standen an. Um sechs Uhr begannen wir dann langsam unsere Aufregung zu steigern und uns gegenseitig Mut zu machen. Der Raum war voll, viele Freunde, Verwandte und Bekannte waren gekommen, um sich das Spektakel, was in den Rheinischen Zeitungen schon so gelobt wurde, zu sehen.

Die Zuschauer wurden nicht enttäuscht und wir waren überglücklich wieder so eine gelungene Vorstellung präsentieren zu können. Natürlich feierten wir dieses Ereignis und hatten eine Menge Spaß, obwohl es am nächsten Tag schon wieder ans Verabschieden ging. Unsere netten Erwachsenen hatten freundlicher Weise noch eine Stadtführung zum Sonntagmorgen organisiert, welche wirklich klasse war und den Neusser Kollegen und uns sehr gefallen hat. Der Grieche in der Innenstadt war dann vorerst die letzte gemeinsame Aktivität, außer der Verabschiedung am Bahnhof. Uns bleiben zahllose Fotos und Erinnerungen an diese wirklich schöne und unvergessliche Zeit, in der wir neue gute Freunde gefunden haben. Mit Zuversicht sehen wir in die Zukunft und hoffen, dass sich die Wege des TJC und dem Theaterjugendclub aus Neuss noch einmal kreuzen werden. Bis dahin schwelgen wir in freudiger Erinnerung und erfreuen uns an den Bildern.